Hier steht nichts mehr
Tschüß, Internet - war schön mit Dir. LG Karlsruhe legt das Netz in Fesseln…
Tja, eigentlich hätte hier ja noch eine Abhandlung zum Thema Kinderpornoseitensperrung stehen sollen, aber wie das so ist bei solchen Abhandlungen: ich wollte ein paar Links hinzufügen. Quellenangaben, Verweise auf einen Internetaktivisten und so weiter und so fort.
Aber wenn ich mir die Entscheidung des LG Karlsruhe so ansehe, dann lasse ich das lieber. Tut mir leid, aber wenn ich jetzt z.B. einen Link auf die xy-Zeitung setze, dann weiß ich ja nicht, was dort alles steht, wohin die verlinken und wohin die Seiten, die dort erwähnt sind, verlinken. Und wenn ich nach der Urteilsbegründung gehe, dann könnte es sein, dass ich jetzt z.B. auf auf Heise Online verweise und dort, irgendwo, auf eine Seite verwiesen wird, die wiederum auf eine Seite verweist, die … bis schließlich am Ende eine möglicherweise strafrechtlich relevante Seite steht.
Das Gericht urteilte: Aufgrund der netzartigen Struktur des WORLD WIDE WEB ist jeder einzelne Link im Sinne der Conditio-sine-qua-non-Formel kausal für die Verbreitung krimineller Inhalte verantwortlich, auch wenn diese erst über eine Kette von Links anderer Anbieter erreichbar sind.
PS: Ganz ohne Link und Quelle: Wann bitteschön gibt es endlich eine Pflicht für einen Kompetenztest für die Richter, die sich mit dem Thema Internet befassen?
Bettina Winsemann
Telepolis wnews
7 months ago
Marty: Geheimes NATO-Abkommen deckte CIA-Flüge
Die NATO-Staaten - und damit auch Deutschland - wussten von Anfang an, dass die USA im “Kampf gegen den Terror” Verdächtigte verschleppten und in Geheimgefängnissen festhielten. Das behauptete jedenfalls der Sonderermittler des Europarats, Marty, bei seiner Befragung durch den BND-Untersuchungsausschuss. Mehr noch: Mit einem geheimen Abkommen sollen die Alliierten das System gestützt haben.
Von Alexander Richter, tagesschau.de
tagesschau.de
7 months ago
Man kann durch Humor vielleicht nicht die Welt verändern, aber die Wahrnehmung. Das ist ja, was Humor macht. Und für die Menschen ist die Wahrnehmung viel wichtiger als die realen Möglichkeiten.
Abgründige Striche — Der Freitag
7 months ago
Packstation-Phishing mit vertrauenserweckender Domain
Die neueste Serie von Packstation-Phishing-Mails bedient sich eines vertrauenerweckenden Domain-Namens, um die Empfänger zur Eingabe Ihrer Packstation-Daten zu bewegen.
heise online
7 months ago
Preise steigen schneller als Einkommen
Die deutschen Arbeitnehmer haben 2008 im Schnitt 2,3 Prozent mehr verdient als im Jahr zuvor. Dieser deutliche Anstieg der Bruttoverdienste auf durchschnittlich 27.754 Euro war der stärkste Zuwachs seit 1995. Er blieb allerdings nach Berechnungen des Statischen Bundesamts unter der Inflationsrate. Die Teuerung von 2,6 Prozent fraß demnach im vergangenen Jahr sämtliche Einkommenszuwächse auf.
tagesschau.de
7 months ago
Frauen verdienen ein Viertel weniger als Männer
Die Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern sind in Deutschland größer als in den meisten anderen europäischen Staaten. 2006 verdienten vollzeitangestelle Arbeitnehmerinnen in den alten Bundesländern durchschnittlich 24 Prozent weniger als Männer.
tagesschau.de
7 months ago
“Man darf die Kurpfuscher des Neoliberalismus nicht zu den Vertrauensärzten von heute und morgen machen.”
Der ehemalige CDU-Generalsekretär Heiner Geißler in der Leipziger Volkszeitung
junge Welt
8 months ago
Der US-Ökonom und Analytiker Gerald Celente, der wegen seiner bisher auf den Punkt genauen Voraussagen der Hypothekenkrise, der Bankenkrise und des Börsencrashs inzwischen einen Guru-Status errungen hat, geht in seiner jüngsten Analyse davon aus, daß in Kürze restlos der Boden aus den Finanzmärkten fällt und dies den Anfang der »Greatest Depresssion«, der größten Depression der Weltgeschichte, einleiten wird. »Das globale Finanzsystem, das auf einem unendlichen Angebot billigen Geldes, wilder Spekulation, Betrug, Gier und Selbsttäuschung aufgebaut ist, ist unheilbar krank, und es kann durch nichts zu einem Neustart bewegt werden, weder durch Konjunkturpakete noch durch Bankenhilfen.« Die ersten Zeichen der Panik seinen bereits erkennbar, so Celente. Zugleich prophezeit er »drakonische Maßnahmen, die Regierungen ergreifen werden, um den vollkommenen wirtschaftlichen Kollaps und Chaos in der Bevölkerung zu verhindern«.
Greatest Depression - junge Welt
8 months ago
Für Massenentlassungen
Peter Mühlbauer
Rettet der Staat Banken vor der Pleite, müssen Regulierungseffekte künstlich erzeugt werden
“Die wirkliche Tragödie”, so der Mirror-Kolumnist Tony Parsons neulich über einen besonders unverschämten britischen Bailout-Banker, “ist, dass man Sir Freddie Goodwins Kopf vor der Bank of England aufspießen könnte, und es würde letztendlich doch nichts ändern. Trotzdem glaube ich, wir sollten es ausprobieren.”
TP: Für Massenentlassungen
8 months ago
Qualität rettet Leben. Deshalb hat der Gesetzgeber für den Rettungsdienst einen Rahmen geschaffen, der qualifizierte Hilfe im Falle des Falles sicherstellt. Der Kreis Paderborn legt diese Meßlatte für sich selbst noch ein Stück höher und hat seinen Rettungsdienst als erster Kreis in NRW zertifizieren lassen.
Wochenspiegel Paderborn
8 months ago
Jäger des verlorenen Schatzes
Die Konquistadoren
von heute von Mathias Greffrath
Grau und rosa und lila und purpur gescheckt, von hunderten von Schächten zerrissen liegt er über der Stadt Potosí: der Cerro Rico, der “reiche Berg”. Ein halbes Jahrtausend lang haben sie das Silber aus ihm geholt, acht Millionen Indios sind dabei verreckt. Negersklaven und Esel haben in den Kellern der Casa de Moneda die Pressen angetrieben, ihre Spuren haben sich tief in die Steine gefressen. Um 1600 war die Stadt in 4 000 Meter Höhe größer als London, Madrid und Antwerpen, der Ruf ihres Reichtums ging um die Welt: Spanische Desperados und Granden bauten Dutzende von Palästen, Spielhöllen, Tanzsalons und Kirchen, an Festtagen riss man die Straßen auf und pflasterte sie mit Silberbarren, der Luxus der Burgunderherzöge war ein Dreck dagegen. Das Silber wurde nach Spanien geschifft, und die Krone bediente damit ihre Hypothekenschulden bei den Fuggers, den Welsers, den Sheetz und den Grimaldis.
In den ersten dreißig Jahren gelangte mehr Silber aus Potosí nach Spanien, als in ganz Europa zirkulierte. Es finanzierte die Vorschüsse für die Kriege der Gegenreformation, es zersetzte die Naturalwirtschaft des Feudalismus. Das Silber von Potosí war zusammen mit dem Gold aus Mexiko und Indonesien und den Schätzen Indiens das Startkapital des europäischen Kapitalismus, das Schmiermittel der ursprünglichen Akkumulation. Ein Vorschuss auf die Moderne, nie zurückbezahlt, erkauft mit acht Millionen Toten allein in Potosí - die gesamte Indiobevölkerung in Lateinamerika betrug vor der Eroberung hundertfünfzig Millionen, nach einem Jahrhundert waren es noch dreieinhalb. In Europa hörte man auf, Hexen zu verbrennen, und hängte stattdessen Landstreicher und Geldfälscher.
Le Monde diplomatique, deutsche Ausgabe
8 months ago